Der 1915 in Elbing geborene Graphiker und Komponist Friedrich Deckner lebte und arbeitete in Nienburg.

Im Laufe der Jahrzehnte entstand eine große an Kompositionen für die verschiedensten Besetzungen, aber auch zahlreiche Bilder und Graphiken, die immer wieder in Ausstellungen zu bewundern sind.

Ein Archiv, in dem die musikalischen Werke Friedrich Deckners gesammelt und dokumentiert werden sollen, ist derzeit im Kantorat der Verdener DomMusiken im Aufbau.

Chorkompositionen bilden in Deckners Werk einen Schwerpunkt. Einige der kleiner oder größer besetzten Chorwerke wurden in der Vergangenheit durch den Verdener Domchor und die camerata vocale göttingen aufgeführt.

Klavierwerke und Kammermusik mit Klavier ist ebenfalls gut vertreten. Immer wieder sind einzelne Stücke für bestimmte Interpreten entstanden, teilweise auch durch letztere initiiert.

Neben dem Komponieren widmete sich Friedrich Deckner sehr intensiv der Malerei. So hat er, der das Handwerk des Plakatmalens gelernt hat, im Laufe der Zeit eine beachtliche Zahl an kleineren und größeren Kunstwerken geschaffen.

Eng verbunden war er der Stadt Nienburg, die ihn in der Vergangenheit mit Preisen bedachte. Auch die Melodie des „Pausengongs“ im Theater auf dem Hornwerk stammt aus seiner Feder.

Redegewandheit, Humor und Fantasie sind Eigenschaften, die Friedrich Deckner auszeichneten.

 

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Friedrich Deckner, geboren am 11. April 1915 in Elbing (Westpreußen), gestorben am 16. Aug. 2009 in Nienburg

 

fdEr erhielt seinen ersten Violinunterricht mit elf Jahren, danach hatte er Klavierstunden bei Musikdirektor Mattern. 1932/33 schrieb er seine ersten Klavierlieder, die im März 1934 vom Sender Königsberg übertragen wurden. Er nahm bei Prof. J. Steigleder, Kirchenmusikdirektor an St. Nikolai, Stunden in Harmonielehre.

Später in Königsberg bei Heinz von Schumann und bei Prof. Hugo Hartung Unterricht in Kontrapunkt und Partiturspiel. Er schrieb in dieser Zeit seine ersten Streichquartette und Chorlieder. Auch ein „drama per musica“ wurde aufgeführt. Diese Kompositionen sind alle in Königsberg verbrannt. -

Es folgten Chorleiterlehrgänge bei Gottfried Wolters. - Nach dem Krieg hatte er ein intensives Privatstudium bei Hugo Heusmann in Uelzen. Er komponierte ein Singspiel, Kantaten und Kammermusiken. Dann folgte die Organistenprüfung und seine Tätigkeit als Chorleiter und Organist an der Kreuzkirche in Nienburg. Daneben Leitung mehrerer Chöre.

In dieser Zeit ist die Nienburger Hausspruchkantate, der „Sonnengesang“ nach Franz von Assisi, eine „Missa brevis“ für Sopran und Orgel und Liederzyklen von Paul Celan, Marc Chagall, Agnes Miegel, Martin Damß und anderen entstanden. Friedrich Deckner verstarb am 16. August 2009 in Nienburg.

Seine Werke wurden in Königsberg, Köln, Darmstadt, Hannover aufgeführt, auch in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen, ferner in St. Francisco, Boston und Toronto. In Tallin (Estland) beim internationalen Orgelfestival war das „Credo“ aus der Missa brevis zu hören.

 

Anerkennung für seine Werke waren

            der Niedersächsische Verdienstorden 1. Klasse 1985 und

            der Preis der Neuhoff-Fricke-Stiftung Nienburg 1996.

 

Deckners Musik hat sich aus der Tonalität über eine Vorliebe zu bitonalen Klangfarben zur Zwölftönigkeit entwickelt. Ein Beispiel ist das „Pausenzeichen“ des Theaters auf dem Hornwerk in Nienburg. Die Werke aus verschiedenen Kompositionswettbewerben fanden ein besonderes Echo bei den Orgelkonzerten im Dom zu Verden.

 

(Ein Teil der Werke ist auf Schallplatten und CD zu haben.)